Schulprofil

Katholische Privatschulen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Man hat hohe Erwartungen seitens der Eltern: An Privatschulen werden noch Werte vermittelt, man achtet auf Disziplin, Anstand, Leistungsbereitschaft usw.
Inzwischen legt man auch auf staatlicher Seite großen Wert darauf, dass jede Schule ein Programm, ein Profil zur Image-Stärkung aufweisen kann.
Welches Programm oder welches Profil hat unsere St.-Ursula-Schule vorzuweisen? Ich meine, wir müssen für unsere Schule kein neues Programm „auflegen“ oder erfinden, wir sollten das, was ist, vielleicht neu benennen oder in einer Kurzformel komprimieren und mit all dem füllen, was an unserer Schule gelebt und praktiziert wird, was uns freilich nicht von der Pflicht entbindet, immer wieder kritisch zu überprüfen, ob die Kurzformel nicht zur Leerformel wird. Ich möchte das, was mir für unsere Schule wichtig ist, in die Kurzformel G B Q bringen: Glaube – Bildung – Qualität
Wir möchten uns der Aufgabe stellen, unsere Arbeit in und an der Schule im Hinblick auf die Kurzformel weiter zu entwickeln.
Der Glaube als tragender Sinngrund des menschlichen Lebens steht an erster Stelle. Als ordenseigene Schule stehen wir in einer Jahrhunderte langen Tradition. Es waren zuerst die Orden, die aus christlicher Überzeugung heraus jungen Menschen Hilfen und Perspektiven für die Gestaltung und Entfaltung ihres Lebens mitgeben wollten. Das christliche Menschenbild ist die Basis unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit, stellt die Grundlage für alles Sein und Arbeiten an der Schule dar. Danach ist jeder Mensch als Ebenbild Gottes einmalig und mit einer besonderen Würde ausgestattet. Dieser Gedanke begründet auch die Pädagogik Angela Mericis, der wir uns verpflichtet wissen. Angela vermittelt in ihren Schriften: „Du bist wertvoll und einmalig, von Gott gewollt und geliebt.“ Wo Menschen sich in ihrer Einmaligkeit und Einzigartigkeit angenommen und geliebt fühlen, da können sie aufblühen und ihre Fähigkeiten entfalten.
Wo Menschen offen sind und sich angenommen und ernst genommen fühlen, da ist wahre Bildung möglich, da stellt Bildung eine weitere Voraussetzung für die Entwicklung des Menschen als Persönlichkeit dar. Bildung ist mehr als die Anhäufung und Annahme von Wissen, sondern sie meint die Durchdringung und Verarbeitung von Wissen und Informationen und die umfassende Formung des Menschen im Horizont von Tradition, Werten und Wertsetzungen, die dem Menschen helfen, seinen je eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden und zu behaupten. Ein Mensch, der sich bildet, Herz und Verstand formt und schärft, wird in sich ruhen und alle Vorgänge des Lebens richtig einordnen können und Menschlichkeit und Überzeugungskraft vorweisen und vorleben können.
Qualität als Wert und Güte ist in allen Bereichen des Lebens anzustreben. Die Qualität von Inhalten und Methoden im schulischen Leben dient der Verfeinerung des Wissens, garantiert Fortschritt und bedeutet auch Achtsamkeit und Aufmerksamkeit gegenüber den Dingen und Menschen um einen herum. Sie steht jeglicher Oberflächlichkeit entgegen und ist als Möglichkeit zu sehen, durch Disziplin, durch Regeln und Strukturen zu größerer Effizienz und Kompetenz zu gelangen.
Sr. Katharina Merz, OSU